Ist unser Fortschritt zu schnell?

Von Claus Langdahl, VikingHolstein Zuchtmanager
 
 
Als die genomische Selektion zum erstenmal vorgestellt wurde, gab es Diskussionen darüber, ob dies zu mehr oder weniger Inzucht bei den Tieren führen würde. Heute können wir wissenschaftlich beweisen, dass es nicht zu mehr Inzucht geführt hat. Die Antwort auf die Überschrift lautet also „NEIN“.  

Der genetische Fortschritt liegt jetzt bei 4,3 NTM Einheiten pro Jahr – mit dem Ziel von 4,0 NTM Einheiten pro Jahr. Es besteht kein Zweifel daran, dass das VikingGenetics Zuchtprogramm sehr effizient ist, aber was ist mit der Inzucht?
Aus der grundlegenden Zuchttheorie wissen wir, dass ein sehr einseitiger Einsatz der besten Bullen und Kühe zu hohem genetischen Fortschritt, aber auch zu viel Inzucht führt. Die genetische Variation wird reduziert und damit auch langfristig die Chance, den genetischen Fortschritt beizubehalten. Außerdem gibt es ein zunehmendes Risiko für genetische Defekte. Es ist von größter Bedeutung, das richtige Gleichgewicht zwischen diesen zwei Parametern – genetischer Fortschritt und Inzucht – zu finden.
 
Generationenintervall
Der Hauptfaktor für einen hohen genetischen Fortschritt ist das Generationenintervall. In Abbildung 1 sehen wir die Entwicklung zwischen 2009, also vor der genomischen Selektion, und heute. Sie wird bei allen VikingHolstein Bullen gemessen, die während dieses Zeitraums gekauft wurden. Die Zahlen zeigen, dass Bullen im Jahr 2009 bei der Geburt von Söhnen 2500 Tage alt waren. Heute sind sie annähernd 800 Tage alt.

Der Elterndurchschnitt ist von 1910 Tagen auf 819 Tage gefallen – weniger als die Hälfte. Das bedeutet, dass die Eltern zum Zeitpunkt der Besamung 18 Monate alt waren. Insbesondere bei Bullen können wir das Intervall noch weiter verkürzen. Heute sind hauptsächlich ausländische Vatertiere von Söhnen etwas älter, wenn das Sperma verfügbar ist.
 
 
Abbildung 1. Änderungen beim Alter von Elterntieren gemessen in Tagen ab 2009 bis 2017 für VikingHolstein Bullen
 
Stammbaumvariation
Wir kaufen etwa 90 VikingHolstein Bullen pro Jahr und beginnen mit der Produktion ihres Spermas. Fast alle dieser Bullen werden bei weiblichen Tieren mit hohem Index eingesetzt und haben daher die Chance, die Vatertiere der nächsten Generation zu werden. Wir nutzen auch einige fremde Bullen, die nach denselben NTM-Kriterien ausgewählt werden wie unsere eigenen Bullen. Heutzutage werden bei vielen Herden alle Tiere genomisch getestet. Dies trägt sicherlich dazu bei, dass VikingGenetics in vielen dieser Herden gute Bullen findet. Dieser hohe Variationsgrad im Stammbaum der Bullen ist der erste Indikator dafür, dass wir Inzucht unter Kontrolle haben.
 
Inzuchtkontrolle
Um das Gleichgewicht zwischen genetischem Fortschritt und Inzucht zu kontrollieren, verwendet VikingGenetics ein Optimierungsprogramm namens EVA (EVolutionärer Algorithmus). Die Ergebnisse des Programms fließen in die Gesamtevaluierung ein, sowohl bei der Auswahl weiblicher Tiere für den Embryonentransfer als auch beim Kauf der nächsten Bullengeneration. Es ist ein sehr nützliches Programm, das auch bei Zuchtprogrammen für Schweine, Elche und Fische eingesetzt wird. Eines der Ergebnisse aus dem Programm EVA zeigt Inzucht in der Population.

Abbildung 2 zeigt den Grad der Inzucht gemessen in einem Datensatz, der aus Tieren mit einem hohen Index im Bereich VikingGenetics besteht. Gemäß der Food & Agricultural
 
Organisation (FAO) ist eine Population nachhaltig, wenn die Inzucht um weniger als 1 % Einheiten pro Generation steigt. In der Praxis bedeutet dies etwa 0,4 Prozentpunkte basierend auf dem oben gezeigten 819-Tage-Generationenintervall.
Bei VikingHolstein haben wir den Luxus, die lokale weibliche Population aktiv nutzen zu können, um eine langfristige genetische Variation zusammen mit optimalem genetischen Fortschritt zu schaffen. Dies liegt sowohl an einem sehr großen Marktanteil als auch an der Tatsache, dass VikingGenetics das einzige Unternehmen ist, das nach dem NTM auswählt. Gleichzeitig ist dies auch eine große Verantwortung, die wir ernst nehmen, wie die Zahlen auch zeigen.
 
Abbildung 2. Der jährliche Grad an Inzucht für VikingHolstein gemessen bei weiblichen Teilen mit hohem Index in der VikingGenetics Region.
Mit VikingHolstein können Sie die Effizienz Ihrer Herde verbessern und Ihre Rentabilität steigern. Durch die Wahl von VikingHolstein erhalten Sie schnellen genetischen Fortschritt und gewährleisten gleichzeitig ein geringes Inzuchtniveau. Bullen von VikingHolstein bringen den genetischen Fortschritt für alle Merkmale voran, die für die Rentabilität Ihres Milchviehbetriebs wichtig sind. 

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