Index für Futtereffizienz in Skandinavien eingeführt 

Mit den neuen Zuchtwerten im August 2019 präsentiert die NAV (Nordic Cattle Genetic Evaluation) auch den ersten Teil des Index für Futtereffizienz. Langfristig wird der Index für Futtereffizienz zwei getrennte Zuchtwerte enthalten: Eingespartes Futter für Erhaltung und Stoffwechseleffizienz. Viele Länder und Rinderzuchtbetriebe haben bereits Zuchtwerte für die Futterausnutzung entwickelt, kämpfen jedoch aufgrund des Mangels an ausreichenden Daten mit niedriger Zuverlässigkeit.
 
Der Index zur Futtereffizienz besteht aus zwei Zuchtwerten: Dem Zuchtwert Eingespartes Futter für Erhaltung, der den Energiebedarf zur Erhaltung erfasst, und dem Zuchtwert Stoffwechseleffizienz, der angibt, wie gut das aufgenommene Futter verwertet wird. Der Zuchtwert für die Stoffwechseleffizienz wird voraussichtlich später eingeführt.

Niedrigere Futterkosten mit kleineren Kühen

Aus wirtschaftlicher Perspektive werden Indizes, die die Futterausnutzung messen, in der Milchviehzucht gebraucht, denn 88% der variablen Kosten in einem Milchviehbetrieb hängen mit Futterkosten zusammen. Es ist eine Tatsache, dass größere Kühe zu ihrer Erhaltung mehr Futter aufnehmen als kleinere Kühe. Umgekehrt heißt das, dass kleinere Kühe aus einer Perspektive der Futtereffizienz weniger Futter zur Erhaltung verbrauchen. Der Zuchtwert für eingespartes Futter zur Erhaltung basiert auf verschiedenen Messungen des Lebendgewichts und der Größe zusammen mit den Zuchtwerten für das Exterieur. Ausreichende Daten und eine hohe Erblichkeit tragen für diese Zuchtwerte zu einer hohen Zuverlässigkeit bei.
 
Liegen im Hinblick auf „Eingesparte Futter zur Erhaltung“ 20 Indexeinheiten zwischen Töchtern von zwei Bullen, entspricht dies einem Unterschied von 60-80 kg bei der Trockenmassenaufnahme pro Laktation.

Stoffwechseleffizienz als nächster Schritt

Der Index eingespartes Futter zur Erhaltung sagt nichts darüber aus, wie effizient die einzelne Kuh aufgenommenes Futter verwertet. Um einen zuverlässigen Index hierzu aufzubauen, sind umfangreiche Datenmengen zur Futteraufnahme erforderlich. VikingGenetics hat das Cattle Feed Intake System (CFIT) entwickelt, durch das die Futteraufnahme der einzelnen Kuh durch Kameras im Stall überwacht werden kann. Bis die Daten aus der CFIT-Studie allein ausreichen, werden verfügbare CFIT-Daten und Daten zur Futteraufnahme aus Versuchsbetrieben in den skandinavischen Ländern zusammen mit Daten aus Europa und Nordamerika genutzt.

Nachhaltige Zukunft als Ziel

Lange Zeit lag der Schwerpunkt bei der Rinderzucht weltweit auf der Leistung, wodurch Kühe größer und schwerer wurden. Derzeit wandelt sich die Einstellung der Menschen massiv und geht zu einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion. Der Klimawandel gelangt immer stärker ins Bewusstsein der Verbraucher, was sich auch auf ihre Entscheidungen auswirkt. Dementsprechend muss die Milchviehbranche Lösungen entwickeln, um die Milchviehhaltung nachhaltiger und umweltfreundlicher zu gestalten. Seit Jahrzehnten züchtet VikingGenetics gesunde, mittelgroße Kühe. Jetzt werden wir auch in der Lage sein, Kühe mit höherer Futterausnutzung zu züchten. Wir nehmen die Herausforderung der Nachhaltigkeit an und reagieren auf die Anforderungen der modernen Milchviehhaltung, indem wir die besten Kühe bereitstellen – für heute und morgen. 

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